Biphobie | Biphobia

Biphobie – Unsichtbarkeit von Bisexualität


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Homosexuelle Menschen fühlen sich zu Menschen des gleichen Geschlechts sexuell hingezogen: Schwule Männer lieben Männer, lesbische Frauen lieben Frauen. Bisexuelle Menschen fühlen sich zu beiden Geschlechtern hingezogen, sie lieben also Frauen und Männer. Aufgrund ihrer sexuellen Orientierung sind sie einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Diskriminierung ausgesetzt. Was genau Biphobie ist und wie weit die Diskriminierung geht, erkläre ich euch im heutigen Blogbeitrag.

Biphobie, Bi-Feindlichkeit und Monosexismus

Bisexuelle Menschen werden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt, angefeindet und beschimpft. Besonders deutlich zeigt sich die Phobie in der Verleugnung von Bisexualität. So wird oft behauptet, dass Bisexualität keine reelle Form der sexuellen Orientierung sei. Diese Auffassung hat ihre Wurzeln in einer binären Sichtweise von Sexualität: Hier wird angenommen, dass Menschen monosexuell, also entweder rein homosexuell (lesbisch/schwul) oder rein heterosexuell sind. Damit werden bisexuelle Menschen, die sich unterschiedlich stark zu Männern oder Frauen hingezogen fühlen, entweder als heterosexuell oder als homosexuell klassifiziert.

Vorurteile gegenüber Bisexualität

Bis in die 1980er-Jahre nahm die Sexualforschung noch an, dass nur Homosexualität und Heterosexualität legitime Arten der sexuellen Orientierung seien. Bisexuelle wurden als verkappte Lesben/Schwulen abgetan, die versuchten, heterosexuell zu wirken. Die dichotome Sichtweise der sexuellen Orientierung ist jedoch nicht die einzige Intoleranz, die Bisexuelle begegnen. Neben der Verleugnung und Diskriminierung sind Bisexuelle auch vielen Vorurteilen ausgesetzt. So werden sie als „verwirrt, unentschlossen, unsicher oder experimentierend“ abgestempelt. Vor allem aber werden ihnen Bindungsängste vorgeworfen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie ihre Partner immer betrügen werden und nicht bereit für eine monogame Beziehung seien. Auch herrscht das Vorurteil, dass bisexuelle Menschen sich häufiger mit AIDS oder anderen Geschlechtskrankheiten anzustecken und sie unter den Lesben und Schwulen zu verbreiten.

Ausgegrenzt von der LGTBQ+-Community

Nach harter Arbeit der bisexuellen Aktivisten wurden in den späten 1980er-Jahren das „B“ für „bisexuell“ hinzugefügt. Das bedeutete aber nicht, dass die LGBTQ+-Community plötzlich auch Bisexuelle willkommen hieß. Bis heute herrscht unter vielen Schwulen und Lesben eine gewisse Voreingenommenheit gegenüber Bisexuelle. Ihnen wird vorgeworfen, heterosexuelle Privilegien genießen zu wollen und zu feige zu sein, um sich „richtig“ zu outen. Daher werden Bisexuelle häufig von Schwulen und Lesben nicht akzeptiert, noch ernst genommen. Außerdem herrscht in der LGBTQ+-Community die Auffassung, Bisexuelle seien nur auf sexuelle Kontakte aus und nicht auf Intimitäten. All diese Verhalten fördern die Ablehnung von Bisexuellen und stärken das Gefühl bei Bisexuellen, in der eigenen Community nicht willkommen zu sein.

Folgen der Biphobie

Biphobie und Unsichtbarkeit von Bisexualität können fatale Folgen für Betroffene haben. Sie werden einer Identität – entweder hetero oder homosexuell – aufgedrängt und ihre Gefühle werden verleugnet. Oft erhalten sie auch keine Unterstützung aus der eigenen Community. Diese Unsichtbarkeit und Nicht-Akzeptanz kann das Coming-out von Bisexuellen erschweren und zu Depressionen und Angststörungen führen. Gerade bei jungen Menschen kann die Exklusion und Diskriminierung zu einem niedrigen Selbstwert führen und das Risiko von Suizid erhöhen.

Um Bi-Feindlichkeit zu bekämpfen, müssen die Erfahrungen von Bisexuellen eigenständig thematisiert werden. Ihre Sexualität muss auch endlich akzeptiert werden, damit sie sich nicht einer Identität aufgedrängt fühlen, die sie nicht sind. 💜


Biphobia – Invisibility of bisexuality


English Version

Homosexual people are sexually attracted to people of the same sex: gay men love men, lesbian love women. Bisexual people are attracted to both sexes, they love women and men. Because of their sexual orientation, they suffer from profound social discrimination. What exactly biphobia is and how far the discrimination goes, I explain to you in today’s blog post.

Biphobia, Bi-Hostility and Monosexism

Bisexual people are discriminated against, hostile, and insulted because of their sexual orientation. The phobia especially manifests itself in the denial of bisexuality. Thus, it is often claimed that bisexuality is not a real form of sexual orientation. This view has its roots in a binary view of sexuality: people are assumed to be monosexual, either purely homosexual (lesbian/gay) or purely heterosexual. This classifies bisexual people who are attracted to men or women to different degrees as either heterosexual or homosexual.

Prejudices against bisexuality

Until the 1980s, sex research still assumed that only homosexuality and heterosexuality were legitimate types of sexual orientation. Bisexuals were dismissed as lesbians/gays in disguise who were trying to appear heterosexual. However, the dichotomous view of sexual orientation is not the only intolerance that bisexuals encounter. In addition to denial and discrimination, bisexuals also face many prejudices. For example, they are labeled as „confused, indecisive, insecure, or experimenting.“ Above all, they have are accused to have fears of commitment. They are said to be cheating on their partners because they are not ready for a monogamous relationship. Therefore, bisexual men are also said to be more likely to contract AIDS or other STDs and spread them among lesbians and gay men.

Excluded from the LGTBQ+ community

After hard work by bisexual activists, the „B“ for „bisexual“ was added in the late 1980s. But that didn’t mean the LGBTQ+ community suddenly welcomed bisexuals. To this day, there is a certain bias against bisexuals among many gays and lesbians. They are accused of wanting to enjoy heterosexual privileges and being too cowardly to come out „properly.“ As a result, bisexuals are often not accepted, nor taken seriously, by gays and lesbians. In addition, there is a perception in the LGBTQ+ community that bisexuals are only out for sexual contact and not intimacy. All of these behaviors promote the rejection of bisexuals and reinforce bisexuals‘ feelings of not being welcome in their own community.

Consequences of biphobia

Biphobia and invisibility of bisexuality can have fatal consequences for those affected. They are forced into an identity – either heterosexual or homosexual – and their feelings are denied. They also often receive no support from their own community. This invisibility and non-acceptance can make it difficult for bisexuals to come out and can lead to depression and anxiety disorders. Especially for young people, exclusion and discrimination can lead to low self-esteem and increase the risk of suicide.

To combat bi hostility, the experiences of bisexuals must be addressed independently. Their sexuality must also finally be accepted so that they do not feel imposed on an identity that they are not. 💜

Veröffentlicht von Eileen Wagner

20, Journalismus Studentin in Stuttgart

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