Sexualisierte Gewalt | Sexual violence

Zum Schweigen verurteilt


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April ist der Monat, der sich gegen sexuellen Missbrauch wendet. Laut dem National Sexual Violence Ressource Center ist sexuelle Gewalt jede Art von unerwünschtem sexuellem Kontakt, der von sexistischen Einstellungen und Handlungen bis hin zu Vergewaltigung und Mord reicht. Sexuelle Gewalt kann aber auch Drohungen, Manipulation und Nötigung beinhalten. Lasst uns heute einen Moment lang an die Opfer von sexueller Gewalt denken und unser Mitgefühl mit ihnen teilen, indem wir uns mit diesem Thema beschäftigen. 

Welche Formen der sexuellen Gewalt gibt es?

Der Begriff sexuelle Gewalt ist ein allumfassender Begriff, der sich auf Verbrechen wie sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch bezieht.

Sexuelle Nötigung

Der Begriff sexuelle Nötigung bezieht sich auf sexuelle Kontakte oder Verhaltensweisen, die ohne ausdrückliche Zustimmung des Opfers stattfinden. Formen der sexuellen Nötigung umfassen die versuchte Vergewaltigung, das unerwünschte sexuelle Berührungen, das Erzwingen sexueller Handlungen (z. B. Oralverkehr) und die Vergewaltigung.

Sexueller Missbrauch von Kindern

Wenn ein Täter einen Minderjährigen vorsätzlich physisch, psychisch, sexuell oder durch Handlungen der Vernachlässigung schädigt, wird das Verbrechen als Kindesmissbrauch bezeichnet.

Sexuelle Gewalt durch Intimpartner/ Ehepartner

Ein Täter kann in jeder Beziehung zu einem Opfer stehen, auch in der Rolle eines Intimpartners.

Sexuelle Übergriffe unter Drogeneinfluss

Sexuelle Nötigung unter Drogeneinfluss liegt vor, wenn Alkohol oder Drogen verwendet werden, um die Einwilligungsfähigkeit einer Person zu beeinträchtigen.

Wie kann man gegen sexuelle Gewalt vorgehen und Opfern beistehen?

Es kann für Überlebende herzzerreißend sein, den Mut aufzubringen, die Wahrheit auszusprechen, nur damit jemand ihnen die Schuld für das Geschehene gibt oder ihre Gefühle entkräftet. Das kann dazu führen, dass sich die Überlebenden unsicher und allein fühlen und ihr Selbstwertgefühl beschädigt wird. Um Opfern sexueller Gewalt Gehör zu verschaffen, müssen wir uns für das Thema sexuelle Gewalt sensibilisieren. 

Sexuelle Einwilligung verstehen

Beim Einverständnis und der Frage nach dem Einverständnis geht es darum, persönliche Grenzen zu setzen und die eures Partners zu respektieren. Es ist wichtig, immer wieder nachzufragen, wenn die Dinge nicht klar sind. Beide Menschen müssen dem sexuellen Akt zustimmen – und das jedes einzelne Mal – damit es einvernehmlich ist.

Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass Ihr eure Zustimmung jederzeit zurückziehen könnt. Es ist wichtig, dem Partner mitzuteilen, dass ihr euch mit der Aktivität nicht mehr wohlfühlt und damit aufhören möchtet. Der einfachste Weg ist, darüber zu sprechen. Denken auch daran: Das Einverständnis für eine einmalige Aktivität zu geben, bedeutet nicht das Einverständnis für wiederkehrende sexuelle Kontakte.

Rape Culture verstehen

Die sogenannte Rape Culture, auf Deutsch die Vergewaltigungskultur, ist eine Kultur, in der sexuelle Gewalt als eine Norm behandelt wird und die Opfer für ihre eigenen Übergriffe verantwortlich gemacht werden. Es geht nicht nur um sexuelle Gewalt, sondern auch um kulturelle Normen und Institutionen, die Vergewaltiger schützen, Straflosigkeit fördern, Opfer beschämen und von Menschen unzumutbare Opfer verlangen, um sexuelle Übergriffe zu vermeiden.

Beispiele für Rape Culture:

  • Die Opfer Beschuldigungen durch Sätze wie „Sie haben darum gebeten“
  • Trivialisierung sexueller Übergriffe „Männer sind nun einmal so“
  • Die Annahme, dass nur freizügige Menschen vergewaltigt werden
  • Die Annahme, dass Männer nicht vergewaltigt werden oder nur schwache Männer Opfer von sexueller Gewalt werden können
  • Menschen lehren, nicht vergewaltigt zu werden, anstatt den Tätern zu lehren, nicht zu vergewaltigen

75% der Fälle von sexueller Gewalt werden nicht gemeldet und nicht verurteilt

Vor vier Jahren brandete die MeToo-Bewegung durch die sozialen Medien mit dem Ziel auf das Ausmaß sexualisierter Gewalt aufmerksam zu machen. Auch wenn seitdem die Stimmen der Opfer immer lauter und zahlreicher vernommen werden, ist der Gegenwind, der ihnen in unserer Gesellschaft entgegenschlägt, immer noch der Alte. 1 von 2 Frauen erleben in ihrem Leben sexuelle Gewalt. 1 von 6 Männern werden sexuell missbraucht, bevor sie 18 werden. Die sinkende Verurteilungsquote zeugt von einer nicht hinnehmbaren Situation für einen Rechtsstaat, der nicht nur Unschuldsvermutung, sondern auch Opferschutz gewährleisten muss. Der Umgang mit Opfern sexueller Gewalt offenbart auch eine gesellschaftliche Haltung, die den Nährboden für sexuelle Gewalt bereitet. Soziale Normen, die Gewalt fördern und über Missbrauch schweigen. Soziale Normen, die eine Unterwerfung der Frau normalisieren – Sie alle tragen zum Auftreten von sexueller Gewalt bei. Denn sexuelle Gewalt gedeiht, wenn sie nicht ernst genommen wird. 

Du bist nicht allein! Unter der Nummer 0800 22 55 530 findest du eine Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt. Sie ist montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr bundesweit, kostenfrei und anonym erreichbar. 💜


Sentenced to silence


English Version

April is Sexual Assault Awareness Month. According to the National Sexual Violence Resource Center, sexual violence is any type of unwanted sexual contact, ranging from sexist attitudes and actions to rape and murder. However, sexual violence can also include threats, manipulation, and coercion. Today, let’s take a moment to remember and share our compassion with victims of sexual violence by addressing this issue.

What are the different forms of sexual violence?

The term sexual violence is an all-encompassing term that refers to crimes such as sexual assault, rape, and sexual abuse.

Sexual assault

The term sexual coercion refers to sexual contact or conduct that occurs without the explicit consent of the victim. Forms of sexual coercion include attempted rape, unwanted sexual touching, forcing sexual acts (e.g., oral sex), and rape.

Child sexual abuse

When a perpetrator intentionally harms a minor physically, psychologically, sexually, or through acts of neglect, the crime is called child abuse.

Sexual violence by intimate partner/ spouse

A perpetrator can be in any relationship with a victim, including the role of an intimate partner.

Sexual assault under the influence of drugs

Sexual assault while intoxicated occurs when alcohol or drugs are used to impair a person’s ability to consent.

How can you take action against sexual violence and stand by victims?

It can be heartbreaking for survivors to muster the courage to speak the truth only to have someone blame them for what happened or invalidate their feelings. This can leave survivors feeling unsafe and alone and damage their self-esteem. For victims of sexual violence to be heard, we need to raise awareness about the issue of sexual violence.

Understanding sexual consent

Consent and asking for consent is about setting personal boundaries and respecting those of your partner. It’s important to keep asking when things aren’t clear. Both people need to agree to the sexual act – and to do it every single time – for it to be consensual.

Also, it is important to know that you can withdraw your consent at any time. It is important to let your partner know that you are no longer comfortable with the activity and want to stop. The easiest way is to talk about it. Also remember: giving consent for a one-time activity does not mean consent for recurring sexual contact.

Understanding Rape Culture

The so-called rape culture is a culture in which sexual violence is treated as a norm and victims are blamed for their own assaults. It is not just about sexual violence, but also about cultural norms and institutions that protect rapists, promote impunity, shame victims, and require people to make unreasonable sacrifices to avoid sexual assault.

Examples of Rape Culture

  • Victim blaming through phrases such as „you asked for it“
  • Trivializing sexual assault „men are just like that“
  • Assuming that only permissive people are raped
  • Assuming that men don’t get raped or that only weak men can be victims of sexual violence
  • Teaching men not to be raped instead of teaching perpetrators not to rape

75% of sexual violence cases go unreported and unconvicted

Four years ago, the MeToo movement blazed through social media to draw attention to the extent of sexualized violence. Even though the voices of the victims have become louder and more numerous since then, the headwind they face in our society is still the same. 1 in 2 women experience sexual violence in their lives. 1 in 6 men are sexually assaulted before they turn 18. The declining conviction rate testifies to an unacceptable situation for a constitutional state that must ensure not only presumption of innocence but also victim protection. The treatment of victims of sexual violence also reveals a social attitude that prepares the breeding ground for sexual violence. Social norms that promote violence and remain silent about abuse. Social norms that normalize subjugation of women – They all contribute to the occurrence of sexual violence. Because sexual violence thrives when it is not taken seriously.

You are not alone! You can call 0800 22 55 530 to find a contact point for victims of sexual violence. It can be reached nationwide, free of charge and anonymously on Mondays, Wednesdays and Fridays from 9 a.m. to 2 p.m. and on Tuesdays and Thursdays from 3 p.m. to 8 p.m. 💜

Veröffentlicht von Eileen Wagner

20, Journalismus Studentin in Stuttgart

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