Entschuldigung | Apology

Warum entschuldigen wir uns ständig?


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Eine Entschuldigung zum richtigen Zeitpunkt kann unser Gegenüber besänftigen und die Beziehung wieder aufbauen. Doch manchmal entschuldigen wir uns für Dinge, für die wir uns nicht rechtfertigen müssten. Oft ist ein schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl der Grund, warum sich Menschen aus Angst vor Zurückweisung entschuldigen. Für Andere ist es das Minderwertigkeitsgefühl, das dazu beiträgt, dass sie die Schuld auf sich selbst nehmen. Entschuldigt ihr euch oft und grundlos? Dann lest jetzt fünf Dinge, für die ihr euch nicht mehr entschuldigen müsst.

1. Gefühle

Jeder hat das Recht zu fühlen, was er fühlt. Wir dürfen weinen, verärgert sein, lachen – so lange und so oft wir es wollen. Im Alltag entschuldigen wir uns viel zu oft für unsere Gefühle: „Tut mir leid, dass ich schon wieder weinen muss.“, „Tut mir leid, dass ich aus der Mücke einen Elefanten gemacht habe.“, „Tut mir leid, dass ich so reagiert habe.“ Aber wofür entschuldigen wir uns eigentlich? Gefühle sind fast schon etwas Magisches. Wir können sie nicht steuern. Sie überrollen uns einfach. Gefühle zu zeigen ist keine Schwäche, denn sie sind ein Teil von uns. Natürlich ist es gut abzuwägen, wem wir unsere Gefühle offenbaren. Jedoch sollten wir uns nie für unsere Gefühle entschuldigen. Erst wenn wir uns im Ton oder Handeln vergriffen haben und jemanden durch unser Verhalten schaden, ist eine Entschuldigung angemessen.

2. Trennung von Menschen, die uns nicht gut tun

Jedem von uns steht es zu, dass Andere achtungsvoll mit uns umgehen und unsere Bedürfnisse berücksichtigen. Wir selbst bestimmen durch unsere Bewertung, ob uns das Verhalten eines Anderen freut, gleichgültig ist oder verletzt. Keiner kann uns sagen wie wir uns zu fühlen haben. Deshalb dürfen wir uns auch von Menschen zurückziehen, die uns nicht guttun. Oft passiert dieser Schritt viel zu spät. Denn unser Streben nach Harmonie führt dazu, dass wir grundsätzlich Konfrontationen aus dem Weg gehen. Am Ende können wir trotzdem nichts erzwingen. Was für Schuhe gilt, gilt auch für Menschen: Tun sie weh, passen sie nicht, sollten wir sie zur Seite legen. Dann haben wir mehr Platz für die Menschen, die uns guttun.

3. Auszeit

Als Erwachsene sind wir für unser Wohlbefinden selbst verantwortlich. Nur wir können beurteilen, wann unser Körper eine Auszeit benötigt. Wir müssen uns nicht dafür rechtfertigen, dass wir Zeit für uns selbst nehmen möchten. So sollten auch gute Freunde nicht enttäuscht sein, wenn wir mal absagen, um alleine zuhause zu bleiben. Das stärkt nur unser schlechtes Gewissen, das wir grundsätzlich nicht haben sollten. Sonst enden wir zwanghaft in einer Situation, in der wir nicht sein möchten. Und es geht uns dadurch noch schlechter. Daher gilt der Grundsatz: Weniger nachdenken und mehr auf das eigene Bauchgefühl hören. Unsere Intuition ist meist der beste Ratgeber.

4. Eure Meinung

Die eigene Meinung ist unser Blickwinkel auf die Welt. In unserer Meinung fließen unterschiedliche Aspekte zusammen: die Erfahrung, Wertvorstellungen, unsere Bedürfnisse und Vorlieben oder einfach die momentane Stimmung. Es wird immer Momente geben, in denen unsere Meinung unangenehm aufgefasst wird oder jemanden verletzt. In den meisten Fällen sollten wir uns nicht für unsere eigene Meinung entschuldigen. Jedoch ist es ratsam zuerst die jeweilige Situation und das Gegenüber zu analysieren. Geht es um eine Person, die zugehört werden möchte? Dann gilt: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. In diesem Fall ist es ratsam, die eigene Meinung außen vorzulassen. Benötigt die Person euren Rat? Dann ist die eigene Meinung vonnöten.

5. Nein, bleibt nein

Oft haben wir ein schlechtes Gewissen, wenn wir Nein sagen: Wir möchten nicht bei anderen in Ungnade fallen und sagen daher oft Ja, statt Nein. Wir sind auch naturgemäß dazu veranlasst, Angst vor Konflikten zu haben und stoßen daher selten jemanden vor den Kopf. Jedoch steht es uns zu, nein zu sagen, wenn wir einen Wunsch nicht erfüllen oder einer Aufforderung nicht nachkommen möchten. In manchen Situationen entspannt sich die Spannung, wenn wir die Gründe für unser Nein abgeben, aber das müssen wir nicht. Denn ein einfaches Nein, zeigt auch von einem gesunden Selbstbewusstsein. Es geht darum, seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche für ebenso wichtig zu halten, wie die der anderen.

Habt ihr in den fünf Punkten etwas entdeckt, wofür ihr euch entschuldigt und schuldig fühlt? Dann ist es höchste Zeit, dass ihr lernt zu euren Ansichten, Gefühlen und Zielen zu stehen und nicht immer nachzugeben. Es bedarf nur eine Entschuldigung, wenn wir unserem Gegenüber geschadet haben. In der restlichen Zeit genügt eine gesunde Kommunikation, um die Probleme aus der Welt zu schaffen 🧡.


Why do we keep apologizing?


English Version

An apology at the right time can soothe the other person and bring the relationship back on track. But sometimes, we apologize for things we don’t need to justify ourselves for. Poor self-esteem is often the reason people apologize due to the fear of rejection. For others, it’s the feeling of inferiority that brings them to take the blame on themselves. Do you often apologozie for no reason? Then read five things for which you no longer have to apologize.

1. Feelings

Everyone has the right to feel what they feel. We can cry, be angry, laugh – as long and as often as we want. In everyday life we ​​apologize far too often for our feelings: „I’m sorry that I have to cry again.“, „I’m sorry that I made an elephant out of the mosquito.“, „I’m sorry that I did.“ reacted like that. “ But what are we apologizing for? Feelings are almost magical. We cannot control them. They just roll over us. Showing feelings is not a weakness because they are part of us and we will never really be able to control them. Of course, it is good to weigh up to whom we reveal our feelings. However, we should never apologize for our feelings. An apology is only appropriate when we have acted wrongly and harmed someone through our behavior.

2. Separation from people who are not good for us

It is up to each of us that others treat us with respect and consider our needs. We determine through our evaluation whether we are pleased, indifferent, or hurt by the behavior of another. Nobody can tell us how to feel. That is why we can withdraw from people who are not doing us any good. Often this step happens too late. Because our striving for harmony means that we generally avoid confrontations. In the end, we can’t force anything. What applies to shoes also applies to people: if they hurt, if they don’t fit, we should put them aside. Then we have more space in life for the people who do us good.

3. Time out

As adults, we are responsible for our well-being. Only we can judge when our body needs a break. We don’t need to justify taking time for ourselves. So even good friends shouldn’t be disappointed if we cancel to stay at home alone. That only strengthens our guilty conscience, which we shouldn’t have in principle. Otherwise, we will compulsively end up in a situation we don’t want to be in. And it makes us feel worse. Therefore, the principle applies: think less and listen more to your gut feeling. Our intuition is usually the best advisor.

4. Your opinion

Our own opinion is our perspective on the world. In our opinion, different aspects flow together: the experience, values, our needs, and preferences or simply the current mood. There will always be moments when our opinion is taken uncomfortably or hurts someone. Because opinions are always interpreted differently. In most cases, we shouldn’t apologize for our own opinions. However, it is advisable to first analyze the respective situation and the person opposite. Is it about a person who wants to be listened to? Then the following applies: speech is silver, silence is gold. In this case, it is advisable to leave out the own opinion. Does the person need your advice? Then our opinion is required.

5. No, stays no

We often feel guilty when we say no: We don’t want to fall out of favor with others and therefore often say yes instead of no. We are also naturally led to being afraid of conflict and therefore seldom offend anyone. However, we are entitled to say no if we do not want to fulfill a wish or do not want to comply with a request. In some situations, the tension eases when we give up the reasons for our no, but we don’t have to. Because a simple no also shows self-confidence. It’s about believing your own needs and desires are as important as those of others.

Did you discover something in the five points for which you feel excused and guilty? Then it is time that you learn to stand by your views, feelings, and goals and not always give in. Only when we have harmed another person, an apology is needed. The rest of the time, healthy communication is sufficient to get rid of the problems in the world🧡.

Veröffentlicht von Eileen Wagner

20, Journalismus Studentin in Stuttgart

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