Gelbfieber | Yellow fever

Gelbfieber und die Fetischisierung asiatischer Frauen

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Still, schüchtern und doch offen für alles – ein Stereotyp, mit dem Frauen asiatischer Herkunft fetischisiert werden. Es geht so weit, dass daraus ein amerikanischer Slang „Yellow fever“ entstanden ist. Yellow fever oder Gelbfieber gründet auf dem Bild der unterwürfigen asiatischen Frau und wird denjenigen zugeschrieben, die ausschließlich auf Asiatinnen stehen. Dabei stellt sich die Frage, ab wann eine Präferenz zu weit geht und als Fetisch bezeichnet werden kann. Heute sprechen wir über den schmalen Grat zwischen einem Kompliment und der rassistischen Verallgemeinerung asiatischer Frauen.

Woher stammt dieser Begriff?

Das Slang-Wort hat sich vor allem in den Medien reproduziert und verfestigt. Im Jahr 1887 hat der Schriftsteller Pierre Loti das Stereotyp der asiatischen Frau als Motiv für seine Novelle Madame Chrysanthème gewählt, das seitdem in zahlreichen Filmen reproduziert wird. Filme, wie die Geisha und Last Samurai folgen diesem Klischee und stellen asiatisch aussehende Frauen als gehorsam, unterwürfig und exotisch dar. Auch die Prostitution in süd- ostasiatischen Ländern steuerte ihren Teil dazu bei. Das Gewerbe diente lediglich der „Rest and Relaxation“ US-amerikanischer Soldaten, während ihrer Kriege in Japan, Korea und Vietnam. Diese Fetischisierung spiegelt sich auch heute noch in den Statistiken der weltweit größten Porno-Seite Pornhub. „Asiatisch“ gehört neben „Lesbisch“ zu den meistgesuchten Kategorien. Und auch die pornografischen Videos verlaufen immer nach demselben Schema: Die Frau wird anfangs als unschuldig und jungfräulich dargestellt und am Ende ist sie bereit für jede sexuelle Fantasie. Diese Verzerrung verstärkt das rassistische Klischee und entwickelt ein surreales Porträt der asiatischen Frau. Klischees wie diese, können fatale Folgen mit sich ziehen. Sie schaffen Raum für Gewalt und Missbrauch. 

Quelle: Eileen Wagner

Wann geht eine Vorliebe zu weit?

Fetischisiert zu werden, ist ein merkwürdiges Gefühl. Es ist immer ein schmaler Grat, zwischen einem Kompliment auf der einen Seite und der Pervertierung und Verallgemeinerung auf der Anderen. Ich erinnere mich an einen eigenen Vorfall, bei dem ich am Oktoberfest angesprochen wurde, weil der Mann annahm, asiatische Frauen wie ich, seien gut im Bett. Oder Begegnungen, bei denen Männer „Asiatisch“ von ihrer Liste des Vergnügens abhacken wollten. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Präferenzen. Ich denke auch, dass es beleidigend ist Männern vorzuwerfen, sie hätten „Gelbfieber“, nur weil sie asiatische Frauen schön finden. Schließlich gibt es auch Männer die besonders auf Blondinen stehen und Frauen, die Südländer vorziehen. Aber wenn es so weit geht, dass Männer Unterwürfigkeit erwarten, asiatische Frauen in einen Topf werfen oder Gewalt ausüben, um ihre Dominanz zu beweisen, dann gehen diese Vorlieben für mich zu weit.

Vorlieben lassen sich nicht mit Übergriffen wie „Gelbfieber“ verallgemeinern. Der Begriff ist entmenschlichend und beleidigend. Eine Vorliebe für asiatische Frauen sollte nicht mit einer Krankheit verglichen werden und Männern sollte ebenso nicht mit diesem Ausdruck ein Stempel aufgedrückt werden 💜.


Yellow fever and the fetishization of Asian women


English Version

Quiet, shy, and yet open to everything – a stereotype with which women of Asian origin are fetishized. It goes so far that the American slang „Yellow fever“ has emerged from it. Yellow fever is based on the image of the submissive Asian woman and is attributed to those who are exclusively into Asian women. The question arises as to when a preference goes too far and can be called a fetish. Today we talk about the fine line between a compliment and the racist generalization of Asian women.

Where does this term come from?

The slang word has been reproduced and consolidated, especially in the media. In 1887, the writer Pierre Loti chose the stereotype of the Asian woman as the motif for his novella Madame Chrysanthème, which has since been reproduced in numerous films. Films like the Geisha and Last Samurai follow this cliché and portray Asian-looking women as obedient, submissive, and exotic. Prostitution in Southeast Asian countries also played its part. The trade served the „rest and relaxation“ of American soldiers during their wars in Japan, Korea, and Vietnam. This fetishization is still reflected today in the statistics of the world’s largest porn site, Pornhub. „Asian“ is one of the most popular categories, along with „Lesbian“. And the pornographic videos always follow the same pattern: the woman is initially portrayed as innocent and virgin and in the end, she is ready for any sexual fantasy. This distortion reinforces the racist cliché and develops a surreal portrait of the Asian woman. Clichés like these can have fatal consequences. They create space for violence and abuse.

Source: Eileen Wagner

When does a preference go too far?

Getting fetishized is a strange feeling. There’s always a fine line between complimenting on one side and perverting and generalizing on the other. I remember an incident of my own when I was approached at the Oktoberfest because the man assumed that Asian women like me were good in bed. Or encounters where men wanted to tick „Asian“ off their list of pleasures. Basically, I have nothing against preferences. I also think it’s offensive to accuse men of having „yellow fever“ simply because they think Asian women are beautiful. After all some men are particularly into blondes and some women prefer southerners. But if it goes so far that men expect submissiveness, lump Asian women together, or use violence to prove their dominance, then those preferences go too far for me.

Preferences cannot be generalized with attacks like „yellow fever“. The term is dehumanizing and offensive. A preference for Asian women should not be compared to a disease and neither should men be stamped with this expression 💜.

Veröffentlicht von Eileen Wagner

20, Journalismus Studentin in Stuttgart

2 Kommentare zu „Gelbfieber | Yellow fever

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